Kunst und Kokosnüsse

Die Journalistin  Frau Kerstin Walker reiste mit unserer Unterstützung zum “Island Hopping” auf die Seychellen und brachte diesen Artikel mit. Sie veröffentlichte ihn in der Webseite  “Fashion Campus” und gestattete uns ihn auch in unseren Trauminsel Blog zu übernehmen:

Ich glaub’ ich spinne. Jeder weiß, die Champs Élysées liegen in Paris, der Fashion-Metropole schlechthin. Als ich auf Denis Private Island aus der kleinen Propellermaschine klettere, und in den Sandweg neben dem Airstrip biege trägt der den Namen von Frankreichs Prachtallee.

Wo bin ich? Statt Designershops und In-Cafés reiht sich auf der Koralleninsel ein winziges Holzhaus an das nächste. Davor kleine Gärten mit großen Konservenbüchsen, die als Blumenkübel herhalten. Neben einem Friedhof duckt sich La Chapelle unter schattenspendende Palmen. Die Kirche, mit einem Dach aus Palmenblättern. Klar, die Insel hat ja auch eine bewegte Vergangenheit als Kokosplantage hinter sich, bevor sie von der Familie Mason gekauft, und zum nachhaltigen Traumresort umgewandelt wurde. Und dann, ganz am Ende der Straße steht ein Hotel am Meer – nebendran ein runder Swimmingpool mit dekorativen Treibhölzern drumrum. Am Strand die ersten Strandvillen.

Einsamkeit ist der größte Luxus

Alan Mason leitet ein Reiseunternehmen auf Mahé. Seine Eltern kauften den Inselwinzling Denis Private Island vor fast zwei Jahrzehnten. Alan, wasserblaue Augen, eine Sonnenbrille auf dem kahlen Schädel verrät mir, dass er seinen Mitarbeitern Häuser auf die Champs Élysées baute, um ein Zeichen zu setzen. Ungewöhnlich, wo Angestelltenwohnungen in High End-Anlagen oft hinter Lattenzäunen oder Wänden aus Wellblech verschwinden. Auf Denis Private Island ist alles ein bisschen anders http://www.denisisland.com/

Kurz nach meiner Ankunft stelle ich fest, dass ich weder Internet- noch Handyempfang habe – was für urplötzlich auftretende Entzugserscheinungen sorgt. »Wir hatten mal einen Gast, der kletterte auf unseren stählernen Leuchtturm, um Empfang zu bekommen«, erinnert Alan und grinst breit. »Aber das war zwecklos.« Auf dieser Insel bin ich abgeschnitten von der Außenwelt, und das ist gewollt. Alan bringt es auf den Punkt: »Wer hierher kommt will das, was mittlerweile größter Luxus ist – Zeit.«

Kathleen, Alans Mutter, stylte die 25 atemberaubend schönen Strandvillen. Exotisch gemusterte Stoffe aus Mahé treffen auf handgeschreinerte Möbel aus Takamakaholz. Gebaut wurden sie gleich nebenan, in der Inselwerkstatt. Aber meine Lieblingswohnaccessoires sind schillernd grüne Eidechsen, die an den Wänden auf und abhuschen.

Auf Denis Private Island probiere ich den berühmten Millionärssalat, ein würzig saftiges Geraspel aus Palmenherzen. Eine echte Kostbarkeit, denn eine Palme darf ja nicht mal eben so gefällt werden. Wie überall auf den Seychellen steht die Natur unter Schutz. Aber – manchmal fällt ja auch eine um! Und das Beste ist, im Sonnenuntergang barfuß über den Strand zum Dinner zu schlendern. Barefoot luxury ist hier nämlich Programm und High Heels kann man sich auf dieser Insel sparen. Ach ja, und beim späteren Inselrundgang entdecke ich noch das Ein-Raum-Inselgefängnis – »falls mal jemand austickt«, und eine kleine Farm mit Tieren und Gewächshäusern, in der alles gedeiht, was auf der autarken Insel gebraucht wird.

Grünes Licht für die Trendfarben Aqua und Azur

Ich wette, der eine oder andere Designer war an diesem magischen Ort, um für seine aktuelle Sommerkollektion die Wasserfarben des Indischen Ozeans einzufangen. Egal ob Chanel, Michael Kors oder Mary Katrantzou – die Modewelt feiert Blau als das neue Schwarz. Das Meer macht’s vor und changiert in unverwechselbarem Türkisblau, durchzogen von nachtblauen Schatten. Und vor einem Wolkenbruch zieht der Himmel smaragdgrüne Vorhänge zu.
Nur schlappe zwanzig Flugminuten (http://www.trauminselreisen.de/) entfernt liegt Mahé, die Hauptinsel der Seychellen. Ich fahre in die Anse Intendance im Süden. In den Siebzigern kaufte Peter Sellers, als Inspektor Clouseau gefeierter britischer Schauspieler, ein Stück Land in der postkartenschönen Bucht. Er baute sich ein Strandhaus und sein Buddy, Ex-Beatles George Harrison und er lebten hier ihren Gegenentwurf zum stressigen Star-Alltag in England. Die Europäer hatten Cash, sie genossen das Leben.

»Er war komplett verrückt«, schwärmt Suzanna, eine 70jährige Seychelloise, die ihr ganzes Leben in dieser Bucht verbrachte. Suzanna, schwarzer Afro und ein Goldzahn, der beim Lachen blitzt, erzählt mir: »Einmal, als Peter mich besuchte, packte er mein Schwein bei den Vorderfüßen und tanzte.«

Statt tanzender Schweine und Hippie-Strandpartys geht es mittlerweile in der Anse Intendance superedel zu. Das Banyan Tree Seychelles, eins der besten Hotels der Insel, reckt hier seine schneeweißen Mauern in den Himmel (www.banyantree.com). Zum Haupthaus im Kolonialstil gehören 60 Traum-Villen. Wie Perlen liegen sie direkt am Strand. Manche schmiegen sich an die vom Meer geschliffenen Granitfelsen. Ich bin sprachlos, als ich einen Rundgang durch die größte Villa mache: Sie umfasst 826 Quadratmeter, hat zwei private Pools, Jacuzzi und einen riesigen Garten mit Zugang zum Meer http://www.banyantree.com/en/seychelles/

Ich mache noch einen letzten Abstecher in die Ateliers von Tom Bowers und Michael Adams in der Bucht nebenan. Der eine, früher erfolgreicher Art Director in London, modelliert heute Skulpturen. Auf Wunsch auch mal eine sechs Meter hohe Palme aus Bronze, die sich dann irgendein Scheich aus einem arabischen Emirat vor seinen Palast stellt! Der andere steht Tag für Tag mit seiner Staffelei im Inseltropenwald und malt Aquarelle. Einlullend schön, ein Farbenrausch wie die Hitze, die alles hier mit einem Weichzeichner überdeckt.

Eins mitnehmen wär’ schön. Aber leider sind sie viel zu groß für meinen Koffer.

 

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