Informationen zu einer Reise nach Bali

Zusammengestellt von unserem Mitarbeiter Friedrich Neuhöffer

Allgemeines
Auf Bali und Lombok gilt MEZ plus 7 Stunden. 12 Uhr in Deutschland bedeutet 19 Uhr auf Bali in unserem Winter und 18 Uhr in unserem Sommer. Als Training für die Umstellung also die Tage vorher früh ins Bett gehen und eher aufstehen als normal. Die meisten Besucher Balis erreichen die Insel mit dem Flugzeug. Der Flughafen Ngurah Rai ist nach einem Nationalhelden benannt und liegt etwa 5 Kilometer südlich von Kuta direkt am Meer. Die Landebahn ist sogar noch bis ins Wasser hinaus gebaut, und der niedrige Anflug ist bei klarem Wetter mit Aussicht auf die weit geschwungene Westküste ein Erlebnis. Selbst im Dunkeln, wenn man nur die Lichter von Kuta und Legian übers Meer funkeln sieht. Der Flughafen ist modern und hat trotzdem eine Menge balinesisches Flair.

10 Kilometer sind es bis Sanur und in die Hauptstadt Denpasar, 30 Kilometer bis Ubud und 15 Kilometer bis Nusa Dua. Auch wenn man über die übereiligen Passagiere lacht, die fluchtartig das Flugzeug verlassen, macht dies auf Bali Sinn, denn die Warteschlangen am Visa-Schalter können recht lang sein. Das Einreisevisum für bis zu 30 Tage kostet US$ 25,- oder € 22,- und muss bar bezahlt werden. Das Wechselgeld erhalten Sie in Indonesischen Rhupies. Am Ausgang des Flughafens erwartet Sie einer unserer deutschsprechender Guides und bringt Sie zu Ihrer gebuchten Villa. Unterwegs kann auch ein Stopp an einer Wechselstube gemacht werden.

Souvenirs aus Bali 
Einkaufen in Bali macht viel Spaß, braucht jedoch Zeit, da Handeln üblich ist. Manch Einen ein Graus ist es doch eine sehr spaßige Angelegenheit. Gespräche über das Wetter, die Familie, das Essen und das „woher und wohin“ begleiten die Verhandlung und der Kauf einer Strandhose kann schon mal eine halbe Stunde in Anspruch nehmen, aber an diese Zeit erinnert man sich gerne, denn Scherze machen gehört dazu. Oft betritt man eine Ladenpassage, in der wirklich jeder Shop die gleichen T-Shirts, Schnitzereien und Sarongs verkauft. Hat man sich mal entschieden einen dieser Shops zu betreten um zu stöbern, und die Besitzerin hat nicht das T-Shirt in der passenden Größe da, dann fragt sie bei allen Nachbarn herum und besorgt das Gewünschte.

Feilschen
Feilschen ist eine Kunst. So mancher hat das erstandene Stück ganz stolz für die Hälfte nach Hause geschleppt und hat vermutlich dennoch zuviel bezahlt. Am besten erst mal bei einem Einheimischen erkundigen: Was kostet ein Kilo Reis auf dem Land? In der Stadt? usw. Daran kann man schon relativieren, wie das allgemeine Preisniveau ist. Außerdem sind die geforderten Erstpreise auch von Ort zu Ort unterschiedlich.

Mit der Zeit merkt man ganz genau, wann die untere Schmerzgrenze bei den Händlern erreicht ist. Dann sollte man auch nicht weiterhandeln. Balinesen lachen sehr gerne, sollte das Lachen aus dem Gesicht des Händlers verschwunden sein, sollten Sie sofort aufhören zu handeln. Der Deal ist nur dann gut, wenn sich beide Parteien mit einem Lächeln verabschieden können

Was kaufen? 
Überall auf der Insel wird geschnitzt, gemalt, geschmiedet oder gewoben. Bali ist der größte Lieferant für Kunsthandwerk in Indonesien und selbst die wertvollste Handarbeit ist für uns mit dem nötigen Verhandlungsgeschick durchaus erschwinglich. Am besten kauft man direkt beim Produzenten.

Möbel aus weißem, geschecktem oder schwarzem Bambus findet man in Bali in großer Auswahl. Leider ist der Koffer zu klein, aber auch verschifft wird zu durchaus moderaten Preisen. Wer echtes Interesse an Bali-Ambiente im eigenen Heim hat, kann einen Container füllen. Auch Teak Möbel für den Garten sieht man hier häufig, manche Geschäfte haben sich als Extraservice auf den Transport ins Ausland spezialisiert. Wir helfen Ihnen gerne vor Ort bei der Suche nach einer zuverlässigen Cargo-Gesellschaft.

Steinmetzarbeiten kommen aus Batubulan. Wer die schweren Dämonenstatuen im eigenen Garten aufstellen möchte kann sie zu den Möbeln in den Container packen. Holzschnitzereien sind schon wesentlich einfacher zu transportieren. Allerdings sollte man beim Holz auch auf die Qualität achten, das billige weiße Holz neigt in unseren Breiten stark zur Austrocknung und dann gibt es schnell Risse. Überall kann man für wenig Geld Obstschalen mit Holzfrüchten, Masken, Mobiles, Bananenstauden aus Balsaholz, Serviettenringe und Untersetzer kaufen. Das ist zwar meist mindere Qualität, sieht aber zum Teil recht hübsch aus. Wirklich gute Holzschnitzarbeiten kauft man am besten beim Erzeuger, zum Beispiel in Mas. Hier gibt es riesige Ausstellungshallen mit vielen Skulpturen. Es lohnt sich hindurchzuschlendern, Kaufzwang besteht nicht. Vor der Tür sitzen meist ein paar Männer, die gerade Figuren bearbeiten und die Herstellungsweise und die verschiedenen Holzarten werden gerne erklärt.

Wer auf reich verzierten, filigranen Silberschmuck steht, der wird auf Bali auch fündig, vor allem im Ort Celuk. Hier gilt das gleiche wie für die Holzschnitzer. Man kann beim Entstehen der Stücke zuschauen und unter vielen Stücken im Verkaufsraum wählen. Transportprobleme bekommt man mit diesem Souvenir jedenfalls keine.

Namen 
Die Namen sagen in Bali viel über die soziale Stellung und die Stellung innerhalb der Familie aus. Es sind meist keine Eigennamen, sondern die Kinder werden als Erstgeborene (Wayan-Putu-Gede) Zweitgeborene (Made-Kadek) Drittgeborene (Nyoman-Komang) oder Viertgeborene (Ketut) bezeichnet. Deshalb kommt es uns oft so vor, als hießen alle Balinesen gleich. Ob der Name weiblich oder männlich ist kann man nur durch das vorangestellte I bei Männern und Ni bei Frauen erkennen. Die Fürsten und Adligen tragen dazu noch besondere Titel. Die korrekte Vorstellung mit Namen und Titel klärt somit für Balinesen das gegenseitige Respektsverhältnis.

Mann und Frau 
Auf Bali wohnen oft drei bis vier Generationen einer Familie unter einem Dach. Traditionsgemäß zieht die Frau nach der Heirat zur Familie des Ehemannes. Kinder sind in den Ablauf des täglichen Lebens voll integriert, es gibt für sie keine Tabus. Die Kleinen werden mit sehr viel Nachsicht behandelt.

In der Erwachsenenwelt gibt es dafür um so mehr Regeln und Konventionen. Beispielsweise essen Männer und Frauen nicht gemeinsam, auch nicht, wenn Gäste kommen. Die Frau kocht und nimmt dann das Essen zusammen mit ihren Kindern ein. Frauen spielen auf Bali vor allem im Geschäftsleben eine entscheidende Rolle, sie regeln alle Geldfragen und führen die Markt- und Imbissstände. Oft sieht man Frauen zum Beispiel bei Haus- oder Straßenbauarbeiten schwere Körbe mit Kies transportieren. Auch bei der Reisernte sieht man in Überzahl die Frauen arbeiten, sie schlagen das Korn vom Halm, während die Männer mit dem Ochsen pflügen oder die kleinen Reispflanzen auf den Feldern einsetzen.

Männer organisieren das Dorfleben und gehören dem Nachbarschaftsverband Banjar an, der den sozialen Mittelpunkt des Dorfes darstellt – je nach Größe kann ein Dorf auch aus mehreren Banjar bestehen. Sie treffen sich in der Versammlungshalle zu Gesprächen und zu einem Nickerchen, regeln Streitigkeiten und Familienprobleme und beratschlagen die Vergabe von Krediten aus der Banjar-Kasse.

Dewi Sri 
Dewi Sri, die Reisgöttin, ist wohl die am meisten verehrte Gottheit Balis. Altäre zu ihren Ehren werden in nahezu jedem Reisfeld erbaut. Die Felder werden mit heiligem Wasser oder Arrak gesegnet. Der Reisanbau auf Bali wird in Bewässerungskooperativen betrieben, den Subak. Vor mehr als 2.500 Jahren brachten Einwanderer aus Südchina und Vietnam die Technik des Sawah, des bewässerten Reisbaus, mit. Das benötigte Wasser stammt meist aus höher gelegenen Regionen, in denen die Niederschläge etwas häufiger und regelmäßiger fallen als in den Ebenen, sowie aus den Seen des zentralen Hochlandes.

Balis traditioneller Reis heißt Beras Bali. Er hat ein wunderbares Aroma und kostet viermal soviel wie gewöhnlicher Reis. Dies hat mehrere Gründe: Beras Bali benötigt 150 Tage bis zur Reife, während die meistverwendete moderne Reissorte nur 120 Tage braucht. Seine Halme sind länger, werden nach der Ernte zu Garben gebunden und eine Weile zum Trocknen in der Sonne aufgestellt. Danach werden sie in einem großen Holzmörser gestoßen, um die Spelzen zu entfernen. Bei anderen Reissorten fallen die Körner leichter heraus als beim Beras Bali, deshalb müssen sie zwar sofort nach der Ernte gedroschen werden, aber dafür entfällt der Bau von Getreidespeichern. So erklärt sich der hohe Preis der traditionellen Sorte. Trotz des Aufwands ziehen die Balinesen ihren traditionellen Reis den moderneren Sorten vor. Er schmeckt ihnen einfach besser. Zudem laugt der auf hohen Ertrag gezüchtete schnellwachsende Reis, der drei Ernten pro Jahr ermöglicht, den Boden viel stärker aus. Die billige Massenware findet ihre Abnehmer auf dem dichtbesiedelten Java, bei den Landflüchtlingen in Denpasar und anderen Touristenzentren und bei all denen, die auf jede Rupiah schauen müssen.

Auf der Insel reifen Jahr für Jahr über zehn Millionen Tonnen Reis, diese Menge muss von Hand geerntet werden. So kann man zur Erntezeit überall am Rande der Reisfelder Zelthütten sehen, in denen die Erntehelfer leben. Anfang des Jahres werden die Äcker mit Hilfe von Rindern gepflügt, dann gehackt und geebnet. Im März wird das vorbereitete Saatgut in einer kleinen Ecke des Feldes ausgesät, die winzigen grünen Pflänzchen werden mit Gattern und Netzen vor Vögeln geschützt. Nach 6 Wochen wird das Getreide pikiert und in Reihen auf das eigentliche Feld verpflanzt.

Dies ist eine für den Rücken mühselige Arbeit, mit den Füssen im Schlamm stehend und der sengenden Sonne ausgesetzt arbeiten die Menschen in den Feldern. Einen Monat später wird das Feld zum Unkrautjäten für eine Woche trockengelegt und dann bis kurz vor der Reife wieder geflutet. Dann wird nur noch ab und zu mal bewässert, damit der Boden hart werden kann. Zum Schutz vor Vogelfraß werden bunt behängte Leinen über die Felder gespannt, die zahlreichen braunen Enten, die über die bewässerten Felder getrieben werden, sorgen für die Vertilgung des Ungeziefers und düngen gleichzeitig den Acker.

Zur Erntezeit werden dann viele Erntehilfskräfte eingestellt, denn die Halme werden per Hand mit speziellen Messerchen büschelweise geschnitten. 20 Kg schwere, gebündelte Garben werden dann auf den Schultern von Trägern zu den Reisspeichern transportiert. Die traditionelle Handarbeit ist ein sehr passendes Anbauverfahren in einer Region, in der Arbeitskräfte billiger sind als Maschinen, und sich zudem die Reisfelder nicht für den Einsatz von Traktoren eignen. Der Gewinn an der Ernte wird anteilig verteilt, der Besitzer des Feldes bekommt mit 40 % den Löwenanteil. Der Pächter, der die meiste Arbeit hat bekommt ebenfalls 40 %, je 10 % verbleiben dann für alle Schnitter und für die Träger. Oftmals treten noch Zwischenhändler auf, die den Pächtern lange vor der Ernte den zu erwartenden Ertrag abkaufen und gleich noch Heerscharen von Wanderarbeitern organisieren: Hier bilden Verschuldung und Inflation einen Teufelskreis. Ab August folgt meist eine zweite Aussaat – oft eine schnellwüchsige, weniger wohlschmeckende Sorte. Wo nur auf Masse gewirtschaftet wird, kommt es in einem anderen Rhythmus sogar drei mal im Jahr zur Ernte.

Reis ist das Grundnahrungsmittel der Balinesen. Das Wort für gekochten Reis, Nasi, bezeichnet gleichzeitig die gesamte Mahlzeit. Alles zu Reis ist Beilage. Reis ist sogar als Zahlungsmittel statt Geld weit verbreitet, etwa zur Ausbezahlung des Lohnes o. ä.. Meist wird weißer Reis angebaut, es gibt aber auch eine rötlich-braune Sorte und den schwarzen Klebreis.

Für uns zu beachtende Verhaltensregeln 
Menschen, die bluten, also auch Frauen, die menstruieren, dürfen keinen Tempel betreten, weil Blut die Tempelböden nur in Form eines Opfers berühren darf. Diese Entweihung hätte dann umfangreiche Reinigungszeremonien zur Folge. Man sollte sich daran halten, auch wenn man meint, es würde niemand merken. Höhe ist heilig. Auf keinen Fall sollte man als Gast Mauern, Schreine oder Gebäude besteigen. Das könnte ebenfalls zur rituellen Verunreinigung führen. Auch wenn es noch so reizt, Fotos mit mehr Weitblick zu schießen.

Sollte gerade eine Zeremonie stattfinden, was sehr häufig der Fall ist, sollte man niemals hinter den Priester oder zwischen Priester und Betende treten. Und auf keinen Fall den Kopf des oder der Priester überragen, welche die Zeremonien leiten. Das fällt zwar bei 1,93 m Körpergröße schwer, ist aber auch eher symbolisch gemeint und auf das Besteigen von Treppen etc. anzuwenden. Die Zeremonienleiter sind auch nicht in der Menge zu finden, sondern etwas abseits auf einem kleinen Turm oder Podest, wo sie eine Verstärkeranlage haben und den Ablauf überblicken können. Fotografieren oder Videofilmen ist ausdrücklich erlaubt, man kommt sich in der religiösen Atmosphäre dabei aber meist etwas störend vor. Zurückhaltend agieren, sich eher am Rand oder im Hintergrund halten und auf keinen Fall mit dem Blitzlicht die Gläubigen stören. Eine lange Brennweite, mit der man unauffälliger fotografieren kann, ist hier von Vorteil Während es bei uns unhöflich ist, in bestimmten Situationen sitzen zu bleiben, gilt es in Bali als unhöflich zu stehen. Sich also im Zweifelsfall lieber mal bescheiden in eine Ecke setzen, vor allem wenn auch alle anderen Gläubigen sitzen.

Dorfgemeinschaften
Jedes traditionelle Dorf ist nach einem genauen Plan abgelegt, das wichtigste Element ist die räumliche Aufteilung, die bergwärts (kaja) und meerwärts (kelod) ausgerichtet ist. Wenn man auf Touren im Landesinneren durch die zahlreichen kleinen Dörfer kommt, dann kann man das System schon vom Auto aus erkennen. Die Straßen führen schnurgerade durch die Dörfer und immer bergauf. Kurven gibt es kaum. Balinesen benutzen den Begriff kaja auch für Norden und kelod für Süden, ist man allerdings nördlich der Berge unterwegs, werden die Begriffe genau umgekehrt angewendet. Oberhalb des Dorfes findet man die Haupttempel, unterhalb des Dorfes den Friedhof

Gemeinschaftsland gehört ausschließlich der sozialen Gemeinde, dem Banjar, deren Aufgabe es auch ist religiöse Aktivitäten zu organisieren. Die Verwaltungseinheit befasst sich eher mit staatlichen Aufgaben. Territorium bzw. Ländereien und Gebietsansprüche der Desa Adat sind fest auf eine bestimmtes Gebiet beschränkt, Verwaltungseinheiten können sich mit der politischen Lage auch verändern. Schon immer war die balinesische Gesellschaft meist agrarisch strukturiert. Auch heute noch leben an die 90 % aller Balinesen in Dorfverbänden auf dem Lande. Doch beim Reisen fallen Unterschiede zwischen den Regionen auf. In der Ebene sieht man gut erschlossene und reiche Dörfer, um die herum vornehmlich Nassreis mit Bewässerungssystemen angebaut wird. Die Bevölkerung ist dort in Kasten gegliedert und hierarchisch strukturiert. In einer Übergangszone von der Ebene zum Bergland nimmt die Bevölkerungsdichte ab und man trifft meist auf Trockenfeldbau. Im Bergland sind Kaffeeplantagen, Obst- und Gemüsegärten und Gewürznelkenhaine vorherrschend. Hier leben hauptsächlich die Bali-Aga-Gemeinden ohne Kastenbildung.

Die Subak 
Ganze Generationen von balinesischen Bauern haben Wälder gerodet und Bewässerungskanäle und Terrassen angelegt um dort Reis anzubauen. Dieses komplexe Bewässerungssystem basiert auf den Subak, das sind Genossenschaften. Jedes Feld ist mit einem kleinen Erdwall eingedämmt und nachdem es bewässert wurde, wird das Wasser auf das nächste weitergeleitet. Jeder Besitzer auch nur eines Feldes muss sich dem Subak anschließen. Dem gehören alle Bauern an, deren Wasserversorgung von der selben Quelle abhängt. Es gibt Tausende von Subak auf Bali, manche Dörfer besitzen mehrere, je nachdem wie die örtliche Wasserversorgung strukturiert ist. Mit diesem ausgeklügelten und über Jahrzehnte bewährten System sind die Balinesen erfolgreiche Bauern geworden.

Die Organisation ist demokratisch, die Mitglieder treffen sich regelmäßig, um die Arbeiten zu koordinieren und um Probleme wie Neubau und Unterhalt der Wasserkanäle zu diskutieren. Außerdem werden Opferfeste organisiert und die Wasserverteilung kontrolliert. Probleme um das Bewässerungssystem, wie Veränderungen an den trockenen Feldern oder Überschneidungen mit einem anderen Subak, muss der regionale Wasserrat beraten. Letzte Instanz ist Jero Gede, Hauptpriester von Pura Ulun Danu Batur, dessen Entscheidung abschließend ist. Alle zum Pura Ulun Danu Batur gehörigen Subak tragen zum Unterhalt des Tempels bei. In jedem Subak findet man neben den zahlreichen Bewässerungskanälen eine Vielzahl von kleinen Tempeln und Altären. Die Bewässerung ist ziemlich kompliziert, ein Reisfeld kann als Vorbereitung zur Pflanzung der Setzlinge überschwemmt sein, während ein anderes nebenan schon erntereif ist. Die Bauern führen ihre Enten auf die Felder, um Ungeziefer zu vertilgen. Als Nebenprodukt bildet der Entenmist einen hervorragenden Dünger. Kleine Prachtfinken, die Reisvögel, suchen in Schwärmen erntereife Felder heim. Sie werden mit Plastiktüten, Bändern und mit dem lärmenden Einsatz von Kindern während der Erntezeit vertrieben.

Der Warung 
Was ist ein Warung? Da streiten sich die Geister… Meist wird Warung mit “kleines, einfaches Restaurant” übersetzt. Für die meisten Balireisenden ist es eher eine Garküche oder ein Restaurantname. Aber ein Warung ist viel mehr als ein Ort, an dem man eine Kleinigkeit essen kann. Hier kauft man ein Päckchen Kretek-Zigaretten, die mit Nelkenaroma versetzt den Hustenreiz betäuben – Gewürznelken gibt es im Bergland wirklich genug – , hier begegnet man Freunden, und es ist der wichtigste Treff im Ort. Je weiter man sich von den Touristenorten entfernt, um so ursprünglicher werden die Warungs in ihrer Multifunktionalität. Es ist der richtige Platz für Klatsch und Tratsch, Gerüchte, Debatten und private Geständnisse – eben ein guter alter Tante-Emma-Laden auf balinesisch.

Cafe, Restaurant, Drogerie, Lebensmittelladen, oft mit Wänden aus geflochtenen Bambusstreifen und gestampfter Erde oder Zement als Fußboden. Manchmal ist es auch nur ein langer Tisch mit einer Holzbank davor. Vorne steht die Getränkeauswahl und dahinter in diversen Schüsseln alles, was man für einen kleinen Imbiss braucht.
Wackelige mobile Karren gibt es überall auf Bali. Kleine Warungs auf Rädern sozusagen. Sie bieten meist nur ein Gericht an und erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch bei Festen, Hahnenkämpfen und anderen Veranstaltungen werden transportable Stände errichtet. Das Angebot besteht dann hauptsächlich aus Zigaretten, Süßigkeiten und Bethel zum Kauen – Genussmittel eben.

Oft verkaufen die Warungs auch Alkohol. Der ist dann ebenfalls selbstgemacht. Der Reiswein Brem, der Palmwein Tuak oder der Reisschnaps Arrak. Die selbstgebrauten Wässerchen bekommt man in einfache Plastikwasserflaschen abgefüllt und sie sind für einen Spottpreis zu haben – umgerechnet 1 bis 2 Euro für Premium-Qualität. Als Tourist muss man aber in so einem kleinen Laden oder Mini-Supermarkt schon hartnäckig nach dem “Bali-Arrak” fragen, sonst bekommt man nur die Standard-Flaschen im Regal gezeigt: 1 Liter Schnaps mit Kronkorken. Über Geschmack und Qualität lässt sich bekanntlich streiten und nicht alles was den Balinesen schmeckt, ist für unsere Gaumen geeignet. Ein Urteil hierüber muss jeder selbst fällen.

2 Kommentare

  1. Sarah Mayer

    Hallo,
    vielen vielen Dank für diesen informativen Artikel über Bali. Es ist wirklich alles beschrieben was man über Bali wissen sollte. Nun bin ich vorbereitet für meinen nöchsten Trip nach Bali.

    1. Rico

      Hallo Frau Mayer,
      Sie werden sicherlich von Ihrer Reise viele Tipps mitbringen. Wir sind immer dankbar für Ergänzungen..
      Ihnen eine schöne Reise
      Rico Neuhöffer

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